Marc Henrichmann MdB

MdB Henrichmann: Landwirtschaft braucht politische Entscheidungen mit Blick auf die Praxis

Lette. „Wer über Landwirtschaft entscheidet, muss wissen, wie sich Gesetze und Vorgaben vor Ort tatsächlich auswirken“, betont der CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann nach einem Austausch Landwirten auf dem Betrieb von Gerburgis Brosthaus in Coesfeld-Lette.

Im Gespräch schilderten die Landwirte ihre aktuellen Herausforderungen und Sorgen. Ein zentrales Thema war dabei das geplante Mercosur-Abkommen. Die Betriebe wiesen darauf hin, dass unterschiedliche Produktionsstandards und Auflagen zu erheblichen Wettbewerbsnachteilen für die heimische Landwirtschaft führen könnten. Insbesondere wurde die Sorge geäußert, dass hohe deutsche und europäische Standards im internationalen Handel nicht ausreichend abgesichert seien.

 

Henrichmann verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass das Abkommen Schutzmechanismen für die europäische Landwirtschaft vorsieht. Dazu zählen unter anderem begrenzte Zollkontingente für sensible Agrarprodukte sowie eine Schutzklausel, die bei drohenden Marktstörungen schnell greifen kann. Zugleich biete Mercosur Chancen für neue Exportmärkte, insbesondere für hochwertige deutsche Agrar- und Lebensmittelprodukte. „Gerade Qualität, Herkunft und hohe Standards sind ein Markenzeichen unserer Landwirtschaft. Das kann auch international ein Vorteil sein“, so Henrichmann.

 

Darüber hinaus machten die Landwirte auf die zunehmende Bürokratie aufmerksam. Mehrfache Melde- und Dokumentationspflichten gegenüber verschiedenen Behörden würden in der Praxis viel Zeit binden, ohne erkennbaren Mehrwert für die Betriebe zu schaffen.

 

Kritisch angesprochen wurde auch das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz. Aus Sicht der Landwirte besteht die Gefahr, dass die Regelungen nur einen begrenzten Teil des Marktes erfassen und zugleich wirtschaftliche Nachteile für landwirtschaftliche Betriebe und Schlachtbetriebe mit sich bringen können. Betriebsinhaberin Gerburgis Brosthaus ergänzte: „Zudem gibt es bereits seit zehn Jahren ein funktionierendes privatwirtschaftliches System, durch das jeder Verbraucher schon jetzt die Haltungsform des Tieres beim Einkauf klar erkennen kann.“

 

Weitere Themen des Austauschs waren notwendige Investitionen insbesondere in der Tierhaltung, Unsicherheiten bei steuerlichen Regelungen sowie aktuelle Vorgaben im Bereich Pflanzenschutz. „Es kann nicht sein, dass fehlende Planungssicherheit Investitionsentscheidungen zunehmend erschwert“, so Henrichmann.

 

Zudem unterstrich er die Bedeutung solcher Gespräche: „Der direkte Austausch mit der Praxis ist entscheidend. Nur so können politische Entscheidungen realistisch bewertet und gegebenenfalls nachjustiert werden.“ Die Hinweise aus dem Gespräch werde er in seine parlamentarische Arbeit einbeziehen.