Apotheken vor dem Aus - Politik muss jetzt handeln
Berlin/Coesfeld. „Wenn wir wollen, dass die Menschen auch morgen noch eine wohnortnahe Versorgung haben, dann dürfen wir unsere Apotheken nicht weiter im Regen stehen lassen.“ Mit deutlichen Worten reagiert der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann auf die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Apotheken.
Gemeinsam mit mehreren Bundestagskollegen hat Henrichmann einen Brandbrief an die Bundesministerin für Gesundheit, Nina Warken, gerichtet. Darin fordern die Abgeordneten eine zügige Anpassung der Festhonorare sowie wirksame Maßnahmen gegen Wettbewerbsverzerrungen durch den internationalen Online-Medikamentenversandhandel.
Kosten steigen - Honorare stagnieren
Seit 2013 seien die Festhonorare nur marginal angepasst worden, während die Gesamtkosten für Apotheken um rund 65 Prozent gestiegen seien. „Das ist wirtschaftlich auf Dauer nicht tragfähig, gerade im ländlichen Raum“, so Henrichmann. Immer häufiger berichteten Apotheker aus seinem Wahlkreis von Existenzsorgen und fehlender Planungssicherheit.
Besonders betroffen seien inhabergeführte Apotheken, die zugleich unter steigender Bürokratie und fehlender Nachfolge litten.
Online-Versand darf Patientensicherheit nicht gefährden
Kritisch sieht Henrichmann zudem die zunehmende Verlagerung hin zum internationalen Versandhandel mit Arzneimitteln. „Wer verschreibungspflichtige Medikamente ohne persönliche Beratung bezieht, geht gesundheitliche Risiken ein. Beratung gehört zur Arzneimittelsicherheit, sie ist kein optionaler Service“, betont der CDU-Politiker.
In Gesprächen mit Apothekern sei zudem deutlich geworden, dass Bonus- und Rabattmodelle ausländischer Anbieter das Prinzip der Gleichpreisigkeit untergraben und damit faire Wettbewerbsbedingungen aushebeln.
Klare Forderungen an das Gesundheitsministerium
Die Abgeordneten fordern daher:
„Apotheken sind ein zentraler Baustein unserer Gesundheitsversorgung, besonders für ältere Menschen und im ländlichen Raum. Wer Versorgungssicherheit ernst meint, muss jetzt liefern“, so Henrichmann abschließend.